MORBUS BECHTEREW
Wenn Mediziner von ankylosierender Spondylitis oder von idiopathischer oder primärer Spondylarthritis sprechen, ist damit Morbus Bechterew gemeint: eine schmerzhafte, chronisch-entzündliche rheumatische Erkrankung, die hauptsächlich die Wirbelsäule befällt. In Mitteleuropa leiden Schätzungen zufolge 0,5 bis 1 % der Bevölkerung an der bislang unheilbaren Krankheit – in Österreich sind es etwa 50.000 Menschen. Die meisten Patienten sind beim Ausbruch der Krankheit etwa 20 bis 30 Jahre alt. Bleibt die Krankheit unbehandelt, versteift die Wirbelsäule zunehmend.
Morbus Bechterew verläuft schubweise, akute Phasen wechseln mit beschwerdefreien ab. Im Spätstadium können Verknöcherungen zwischen den Wirbelkörpern entstehen – bis hin zur kompletten Versteifung der Wirbelsäule, was in der Praxis allerdings sehr selten vorkommt. Häufiger entwickeln vor allem unbehandelte Patienten eine typische Körperhaltung: Die Lendenwirbelsäule verliert ihre natürliche geschwungene Form, wird gerade, die Brustwirbelsäule krümmt sich, es entsteht ein Buckel.